8.2 KiB
Der letzte Hinweis
Die Kinder standen in einigem Abstand zu Levina und dem Tiger Katzi. Sie starrten Levina ungläubig an und wussten nicht so recht, ob das nun echt ist, oder Levina den Verstand verloren hat. Aber der Tiger schien auf einmal nicht mehr so angriffslustig wie zuvor. Emanuel näherte sich langsam dem Tiger. "Komm schon. Streichel mal sein Fell. Sie ist super weich", sprach Levina ihrem Cousin Mut zu. Emanuel näherte sich der Tiger von der Seite. Als er ihn fast erreicht hatte, drehte der Tiger sich auf einmal zu ihm um und schritt auf ihn zu und drückte seinen Kopf gegen den von Emanuel. Ein kleines lautes "Ah" konnte Emanuel noch hervorbringen, dann erstarrte er kurz. Die anderen Kinder konnten von der Ferne sehen, der Riesentiger, wie eine Katze seinen Kopf an Emanuels Kopf rieb. "Sie mag dich", sagte Levina und stieg vom Rücken des riesigen Tigers. Die anderen Kinder kamen auch angelaufen. Ophelia streckte vorsichtig die Hand aus, zog sie dann jedoch blitzschnell zurück als der Tiger sich bewegte. Levina ging zu ihrer Schwester, nahm die Hand und führte sie auf das weiche Fell des Tigers. "Keine Sorge, sie wird keinen von meinen Freunden etwas tun", erklärte Levina. "Wow ist er weich", murmelte Ophelia. "Sie", sagte Levina, "es ist eine junge Dame." "Was ist hier passiert?", fragte Emelie endlich die Frage, die allen Kindern auf der Zunge lag. "Nachdem ihr von eurer Fähigkeit Auffassungsgabe gesprochen hattet", fing Levina ihre Erklärung an, "Habe ich mich nochmal mit meinen Fähigkeiten auseinandergesetzt und ja, ich habe die Fähigkeit Zähmen. Da dachte ich mir, vielleicht ist ein schwarzer Riesentiger genau das Tier, bei dem ich meine Fähigkeit ausprobieren möchte." "Ah so ist das also", sagte Milena und während sie die Hand am Kinn hielt. "Und was kannst du jetzt mit dem Tiger machen?", wollte sie von Levina wissen. "Nun, wenn ich es richtig verstehe ist sie mein treuer Begleiter. Ich kann sie jederzeit Rufen und sie steigt genauso im Level auf wie ich", antwortete Levina auf die Frage. "Außerdem kann ich mit ihr sprechen" "Du kannst was?" Emanuel war total verblüfft über das, was er gehört hatte. "Ich hab dich gar nicht mit ihm reden hören" "Nicht mit ihm, mit ihr", erwiderte Levina und musste kichern. "Es ist schwer zu verstehen, ich kann einfach denken uns sie antwortet mir, so als würde ich mich mit ihr unterhalten." Ophelia war total fasziniert und auch ein wenig eifersüchtig, aber sie gönnte ihrer Schwester diese coole Fähigkeit. "Und was sagt sie gerade?", wollte sie von ihrer Schwester wissen. "Sie sagt, dass ihr alle nach guten Personen riecht und dass sie sich für den Angriff entschuldigt, sie wusste nicht, dass wir so nett sind."
Auf einmal ertönte die Stimme der freundlichen Frau: "Der Tiger ist besi si si krz." Die Stimme wurde zu einem kratzen und die Kinder konnten nichts mehr verstehen. "Fehler! Starte Korrektur." Die Kinder schauten sich verblüfft an. "Was ist hier gerade passiert?", wollte Levina wissen. "Vielleicht hätten wir den Tiger besiegen und nicht zähmen sollen und das Programm weiß nun nicht mehr, wie es weitermachen soll", antwortete Ophelia. "Der Tiger wurde überwunden", ertönte die Stimme erneut. Vor Levina erschien in strahlenden Licht ein weiterer Hinweis. Sie schnappte sich den Hinweis aus der Luft und fing direkt an vorzulesen. "Es endet dort, wo alles angefangen hat", las sie vor und schaute in die Runde. "Was soll das nun schon wieder bedeuten?", fragte sie die anderen Kinder. "Ich weiß es nicht, aber lasst uns doch irgendwo hinsetzen und mal darüber nachdenken", schlug Ophelia vor. Die Kinder nickten und verließen das Gehege in Richtung dem Platz, von dem sie gekommen sind. "Das ist das Restaurant, vielleicht finden wir dort was zum Knabbern. Mit Knabbereien kann ich immer besser knobeln", sagte Emelie. Sie nahmen sich im Restaurant Chips, Donuts, Popcorn und jedes der Kinder nahm sich noch ein Softeis und ein Slush. Sie setzten sich raus auf die Terrasse von wo aus man die Tiere im Park beobachten konnte. "Es endet dort, wo alles angefangen hat", wiederholte Emelie das Rätsel. "Vielleicht in einem Kreis. Fällt euch ein Kreis ein?", schlug sie vor. "Warum denn ein Kreis, wie kommst du denn da drauf?", fragte Milena. "Nun, ein Kreis endet dort, wo er angefangen hat" "Ah du hast recht, gute Idee." Milena wandte sich an ihre Cousinen: "Wisst ihr von einem Kreis, zu dem wir gehen sollten?" "Ähm, nein?", antwortete Levina etwas überrannt. "Ah, vielleicht auch der Ursprung, aber was könnte mit Ursprung gemeint sein", dachte Emelie laut nach. "Ah ich hab es", sagte da auf einmal Emanuel, "A" Die anderen Kinder schauten ihn verwirrt an. "A?", fragte Milena. "Ja, wenn man das Alphabet in einem Kreis aufschreibt, so kommt man, wenn man am Anfang ist, wieder an den Ursprung, also an den Start. Zu A", erklärte Emanuel. "Interessante Idee, aber sie erweitert die Kreis-Ursprungthematik nur", sagte Emelie. Die drei Kinder mit der Detektivklasse sprudelten nur so vor Ideen und wollten das Rätsel unbedingt knacken. Auf einmal war es still und Levina fühlte sich irgendwie unwohl. Keiner sagte mehr etwas und Emelie, Emanuel und Milena blickten Ophelia und Levina erwartungsvoll an. Ophelia brachte ein langgezogenes "Ja?" heraus. "Was sind eure Gedanken", sagten die drei so schnell, dass Levina und Ophelia zusammenzuckten. "Ja also", erwiderte Levina, "die letzten Rätsel hatten eigentlich etwas mit uns zu tun." "Genau, vielleicht meinen sie ja sowas, wie unseren Geburtsort? Oder dort wo unsere Eltern geheiratet haben?", ergänzte Ophelia. "Wo seid ihr geboren und wo haben eure Eltern geheiratet?", frage Milena. "Ja also geboren sind wir beide in Böblingen und wo unsere Eltern geheiratet haben, weiß ich nicht. Das waren nur meine ersten Einfälle, als ich das Rätsel gehört hatte", sagte Ophelia. "Böblingen ist aber eine riesige Stadt, wo sollen wir dort anfangen zu suchen." Ophelia stieg nun ebenfalls lautstark in die Diskussion ein.
Levina hatte eine Idee, aber sie war sich nicht ganz sicher. Leise und vorsichtig sagte sie: "Ich hab eine Idee.", aber sie kam nicht richtig zu Wort und keiner beachtete sie. Sie versuchte es noch ein paar mal, aber keiner hörte ihr zu. Levina war sich nun ziemlich sicher, dass sie die Lösung des Rätsels gefunden hatte, aber wie sollte sie sich in dieser Gruppe Gehör verschaffen. Frustriert, schaute sie sich um. Irgendwie musste sie sich Gehör verschaffen. Sie wollte gerade aufgeben, als Katzi sie von hinten mit ihrem Kopf anstupste. "Kannst du mir vielleicht helfen?", dachte Levina und Katzi antwortete ihr, dass die anderen vielleicht ein wenig erschrecken werden. "Das ist egal, bitte ich muss meine Gedanken aussprechen und sie müssen mir zuhören." Katzi antwortete ihr, dass sie sich kurz die Ohren zuhalten sollte. Levina presste die Hände auf die Ohren und konnte direkt danach ein Brüllen hören, dass selbst durch ihre verschlossenen Ohren noch sehr laut zu hören war. Die anderen Kinder verstummten und blickten Katzi mit großen Augen an und damit direkt zu Levina. "Danke." dachte Levina mit einem Schmunzeln auf den Lippen und Katzi antwortet mit einem kleinen knurren. "Ich habe eine Idee, ich weiß leider nicht ganz genau wo, aber zusammen mit euch finden wir es heraus", fing Levina an, "Wisst ihr noch vor 3 Jahren auf Ophelias Geburtstag? Auf dem Spielplatz, als wir verstecke gespielt haben und diese Höhle unter dem Klettergerüst gefunden hatten. Dort haben wir die Abenteuerkanzlei gegründet, dort sind wir ins Verborgene Land gefallen. Dort hat unser erstes Abenteuer angefangen, und vielleicht endet dort unser zweites Abenteuer?" Sie schaute erwartungsvoll in die Runde. Ophelias Mundwinkel zuckten nach oben, bevor sie schrie: "Levina, du bist genial. Das muss es sein. Aber warum weißt du dann nicht wo es ist?" "Na ja, ich war damals drei Jahre alt. Ich kann mich leider nicht erinnern, wo dieser Spielplatz war", sagte sie verlegen. "Ach so", antwortete Ophelia, "wenn es nur das ist? Das war damals auf dem Spielplatz beim Krankenhaus." Ophelia schüttelte den Kopf. "Man so genial Levina." freute sie sich. Levina wurde ein wenig rot. Die anderen Kinder schlugen mit Levina ein. "Danke", sagte sie und streichelte Katzi über den riesigen Kopf.
