Kapitel 21 fertig
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# Die Schöpferin
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Das Portal hatte Levina auf eine Wolke teleportiert. Unter sich konnte sie die Welt sehen. Sie erkannte, dass sie direkt über Sindelfingen schwebte. Die Wolke war jedoch so hoch, dass sie sogar das Meer sehen konnte. Es war ein klarer Tag. Bis auf die Wolke, auf der sie sich befand, war keine andere Wolke am Himmel zu sehen.
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Die Wolke fühlte sich so an, wie sie es sich immer vorgestellt hatte. Weich wie Watte, aber auch ein wenig kühlend.
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Levina war überwältigt von dem Anblick, als sie hinter sich eine vertraute Stimme hörte. "Du hast es tatsächlich geschafft." Levina dreht sich um. Vor ihr stand eine adrett aussehende Frau. Sie hatte die Haare in 2 Zöpfe geflochten, die an den Seiten ihres Kopfes zu Schnecken aufgerollt waren. In den Zöpfen waren mehrere Blumen eingesteckt. Die Frau trug ein langes Kleid, das im Bereich des Hinterns verstärkt war, so wie es Frauen früher getragen hatten. "Viel früher", dachte Levina. "Bist du Leva Doleaca?", fragte Levina die Frau. "Ja", antwortete diese. "Darf ich dir zu Beginn eine Frage stellen?" "Ja, natürlich, wie kann ich dir helfen?", fragte Levina. "Bist du auf der Reise hierher einem Zak Bergmurcker begegnet?", fragte Leva. "Ja, ich habe ihn gerade erledigt.", sagte Levina und nickte stolz. "Er ist erledigt? Dann hab ich keine Zeit zu verlieren. Moment." Leva Doleaca starrte in die Luft. Ihre Augen zuckten dabei hin und her. "So, das wäre erledigt", sagte sie und fing an zu lächeln. "Was hast du gemacht?", fragte Levina neugierig. "Ich habe ihn ausgesperrt und ihm all seine Rechte genommen. Vielen Dank, Levina, du hast das erfundene Land gerettet."
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"Ich habe was?" Levina konnte es gar nicht glauben, was Leva Doleaca da gerade gesagt hatte. "Ja, du hast das erfundene Land gerettet. Dadurch, dass du Zak Bergmurcker besiegt hast, wurde er ausgeloggt, und ich konnte ihm seine Rechte nur dann entziehen, wenn er ausgeloggt ist. Dadurch, dass du ihn besiegt hattest, wurde er automatisch ausgeloggt. Er wartet nun wahrscheinlich verzweifelt im Startbildschirm, um wieder ins erfundene Land zu dürfen. Dank dir, darf er nun nie wieder hierher."
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Levina betrachtete Leva Doleaca mit schrägem Kopf. "Kannst du mir erzählen, wie es zu alledem kam?"
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Leva Doleaca überlegte kurz, dann nickte sie und sagte: "Natürlich. Es fing damit an, dass Zak Bergmurcker auf mich zukam. Er wollte meine Technik für das erfundene Land weiterentwickeln. Für mich ging dadurch ein Traum in Erfüllung. Endlich bekam ich die finanziellen Mittel, die ich gebraucht hatte, um meinen Traum zu verwirklichen, aber nach und nach fiel mir auf, dass die Vorstellungen von einem freien Land, in dem jeder seine Träume verwirklichen kann und Welten erschaffen kann, um seine Gedanken anderen zu zeigen, nicht mit dem zusammenpassten, was Zak Bergmurcker sich wünschte. Weil er alles bezahlte, hatte er natürlich das Recht, zu machen, was er wollte. Deswegen bekam er auch Adminrechte. Das war mein erster großer Fehler“, Leva Doleaca stoppte, dann fuhr sie fort: "Als ihr das verborgene Land von den Borgis befreit hattet und wir alle frei waren, konnte ich meinen Traum vom erfundenen Land endlich umsetzen. Und wow, ich hatte nun Gedanken und Träume von Kindern. Was Schöneres konnte ich mir gar nicht vorstellen", sagte sie und lächelte Levina an. "Wahrscheinlich kenn ich dich und deine Schwester so gut wie keinen anderen Menschen, keinen Ork, Troll, Fee oder was auch immer. Von daher hatte ich die Hoffnung, dass du mich hier finden würdest."
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"Warum hast du dich hier versteckt?", fragte Levina. "Damit Zak Bergmurcker mich nicht finden konnte. Komm mal mit." Sie zeigte auf den Rand der Wolke. Levina folgte Leva Doleaca. Sie setzten sich auf Sessel aus weichen Wolken und konnten so direkt runtersehen. "Diese Welt und alles, was ich hier geschaffen hatte, habe ich aus euren Gedanken aufgebaut. Ohne euch gäbe es diese Welt nicht und ist sie nicht atemberaubend? Hier kannst du alles sein und machen, was du willst. Als ich genug aufgebaut hatte, ließ ich andere Wesen aus dem verborgenen Land in das erfundene Land. Jeder war begeistert. Für die Bewohner war es natürlich etwas ganz Besonderes, die Träume ihrer Retter zu erkunden." Sie hielt erneut kurz inne und dachte nach. "Doch dann erschienen die ersten Bugs. Ich hatte nicht verstanden, wie sowas passieren konnte. Hätte ich doch etwas genauer hingeschaut, hätte mir einfallen müssen, dass Zak Bergmurcker noch immer seine Administrationsrechte hatte. Damit konnte er fast alles tun." Leva Doleaca biss sich auf die Lippe und sagte: "Weißt du, ich bin eine sehr friedliche Magierin. Ich möchte keiner Seele etwas zuleide tun. Wenn Zak Bergmurcker mich gefunden hätte, dann hätte er gegen mich gekämpft und mich bestimmt besiegt, da ich eher Entwicklerin als Kriegerin bin." Sie blickte in die Ferne und fuhr dann fort: "Aus diesem Grund hatte ich mich hier versteckt. Wenn Zak Bergmurcker mich besiegt hätte, hätte er mir die Administrationsrechte genauso nehmen können und dann wäre das erfundene Land verloren gewesen." Leva blickte Levina lange in die Augen, bevor sie fortfuhr. "Ich habe mich versteckt und dieses Rätsel vorbereitet. Ein Rätsel, das nur du und Ophelia lösen konntet, da sonst keiner über das Wissen, das ich über euch habe, verfügt. Und seitdem warte ich hier, dass einer von euch hier auftaucht."
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"Wie lange bist du schon hier?", fragte Levina.
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"Schon seit einigen Jahren. Ich hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben." Levina konnte das gerade Gehörte nicht verstehen. "Seit einigen Jahren?", erkundigte sich Levina verwirrt.
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"Ja, die Zeit im erfundenen Land vergeht viel schneller als in der echten Welt. Ein Tag hier sind nur eine paar Sekunden in der echten Welt", erläuterte Leva Doleaca. "Ah, okay", sagte Levina. Sie konnte nicht so richtig verstehen, was das bedeutet. "Und wie geht es jetzt weiter?", wollte Levina von Leva Doleaca wissen. "Jetzt, wo Zak Bergmurcker verschwunden ist, können wir das erfundene Land endlich wieder zu dem machen, was es immer sein sollte. Ein Land, in dem Träume verwirklicht werden können. Levina, ich danke dir und deiner Schwester von Herzen. Endlich kann ich mich wieder ganz dem erfundenen Land widmen. Ich möchte dir ein Geschenk geben." Sie tippte Levina mit dem Finger gegen die Stirn. Vor Levina erschien in der Luft der Text: "Administrationsrechte erhalten." Levina dachte nach und sagte dann: "Das möchte ich nicht. Ich will dieses Land ohne besondere Fähigkeiten erkunden, so wie jedes andere Wesen, das auch machen müsste. Darf ich mir was anderes wünschen?" Leva Doleaca schmunzelte und tippte Levina dann erneut gegen die Stirn. "Administrationsrechte entzogen" – "Ich hätte es wissen müssen, ich kenne ja deine Gedanken. Was wünschst du dir dann?".
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Levina blickte von der Wolke runter auf die weite Welt. "Ich möchte nochmal von vorne anfangen. Ich habe durch deine Aufgaben so viele Level bekommen. Ich möchte es nochmal von vorne erleben, ohne diese Abkürzung. Kannst du mich wieder auf Level 1 setzen? Aber bitte lass mir meine Klasse und Katzi will ich auch behalten."
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"Dann muss ich dich zumindest auf Level 5 setzen. Aber natürlich, das geht klar. Wenn du dich das nächste Mal ins erfundene Land begibst, bist du auf Level 5 und kannst alles von vorne und in aller Ruhe betrachten. Was ist mit deiner Schwester?", wollte Leva Doleaca von Levina wissen. "Ich weiß es nicht. Kannst du sie das selbst fragen?"
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"Das mache ich. Nun lass uns in die Portalwelt zurückkehren und den anderen Wesen sagen, dass das erfundene Land wieder frei ist."
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Leva Doleaca schnippte und auf einmal befanden sie sich wieder auf dem Platz mit dem Delphinbrunnen. Genau in dem Moment erschienen Arx, Ophelia, Bruno, Ilyas, Yassin, Emelie, Milena und Emanuel. Auch Fritz war wieder zu sehen.
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"Leva Doleaca, da bist du ja endlich", sagt Arx und umarmte seine alte Freundin.
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"Ja, danke Levina und den anderen Kindern, wurden wir wieder einmal von den Borgis befreit."
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Arx lachte. "Ja, diese Kinder sind wirklich Gold wert. Dank der Hilfe von Ilyas und Yassin, die mich heimlich beobachten sollten und gesehen hatten, wie Dietmar mich überwältigte und einsperrte, fanden wir heraus, dass es ein Borgi war, der Unheil stiftete und sich als Dietmar tarnte. Wir schickten sofort die Quadzls los, um den echten Dietmar zu befreien. Und Zak Bergmurcker dingfest zu machen", sagte Arx.
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"Sehr gut.", freute sich Levina. Dann ist ja jetzt alles gut. "Wenn es euch nichts ausmacht, dann würde ich jetzt mal wieder zurück in mein Bett. Morgen ist mein Geburtstag und den will ich nicht verpassen."
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Alle lachten und freuten sich.
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Levina öffnete das Menü und wählte: "Ausloggen".
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